Feedback zulassen – Zeigeblockade überwinden

Oft habe ich so spät angefangen zu schreiben, dass ich keine Zeit mehr hatte mir Feedback zu holen. Mein Aufschieben war meine Art mit meiner Zeigeblockade umzugehen. In diesem Beitrag schreibe ich über die Zeigeblockade und gebe Tipps, wie wir sie überwinden können. Denn mit Feedback können wir wachsen.

Was ist die Zeigeblockade?

Als Zeigeblockade wird die Hemmung von Menschen bezeichnet ihre unfertigen Texte anderen zu zeigen. Sie verhindert also, dass wir uns die Meinungen von anderen zu unseren Texten einholen. Sie kann auch dazu führen, dass wir aufschieben oder gar nicht erst schreiben. Hinter der Zeigeblockade steht die Angst vor Ablehnung. Viele Menschen sehen ihre Texte als einen Teil von sich selbst. Wenn wir negatives Feedback zu unserem Text bekommen, ist es als würden wir negatives Feedback zu uns selbst bekommen. Lieber kein Feedback als negatives Feedback. 

Warum ist Feedback wichtig?

Wir könnten es doch einfach lassen. Warum überarbeiten wir die Texte nicht einfach selber? Feedback – abgesehen von Korrektoraten – ist doch ohnehin subjektiv. 

Menschen entwickeln sich in einem Zusammenspiel aus Innen und Außen. Um unseren Körper wahrzunehmen brauchen wir keinen Spiegel. Der Spiegel zeigt uns eine andere Perspektive. Feedback ist eine andere Perspektive auf unseren Text, so wie der Spiegel auf unseren Körper. Es ist eine Entwicklungschance. 

Kürzlich habe ich mit einer Frau über einen Instagrampost von mir gesprochen. Sie sagte „Ich verstehe nicht, worum es geht.“ Mich hat das total überrascht. Ich hielt diesen Beitrag für einen meiner besseren. Da sie meine Zielgruppe ist, nehme ich ihr Feedback als Entwicklungsmöglichkeit. Ich gebe zu, dass ich erstmal von meiner inneren Kritikerin getadelt wurde. Feedback hilft, um die Perspektive der Lesenden zu bekommen. Die Leser:innenbrille steht uns selbst oft nicht zur Verfügung.

Zeigeblockade überwinden 

Auch wenn wir wissen, dass Feedback wichtig ist, ist es nicht leicht den Mut aufzubringen Menschen darum zu bitten. Es gibt Wege, die es leichter machen können:

  • Wer gibt das Feedback? Ihr könnt euch Rückmeldungen von Freunden oder Familienmitgliedern holen. Die andere Möglichkeiten ist Menschen dafür zu bezahlen also eine:n Lektor:in zu beauftragen. Für manche Menschen ist es leichter, dass die erste Person, die den Text liest ein vertrauter Mensch ist, mit dem sie sich auch streiten können. So beschreibt es beispielsweise Haruki Murakami in seinem Buch „Von Beruf Schriftsteller“. Für andere ist es leichter, wenn sie jemanden dafür bezahlen können, es also ein Arbeitsverhältnis ist.
  • Zu welchem Aspekt des Textes möchtet ihr eine Rückmeldung? Diese Frage ist besonders wichtig, wenn das Feedback von Freunden oder Familie kommt. Die Frage ist nicht „Gefällt es dir?“ Das ist zu allgemein. Daraus könnt ihr nichts lernen. Fragen aus deren Antwort ihr lernen könnt, sind zum Beispiel folgende:
    • Was hat dir gefallen?
    • An welchen Stellen wolltest du gerne weiterlesen?
    • Welche Stellen haben Gefühle in dir erregt Welche Gefühle waren das?
    • An welcher Stelle bist du innerlich ausgestiegen?
    • Was war für dich schlüssig? An welcher Stelle war der Text nicht schlüssig?
  • Baut eine Distanz zu eurem Text auf, bevor ihr euch Feedback holt. Steven King schreibt in seinem Buch „Das Leben und das Schreiben“, dass er Bücher so lange liegen lässt, bis er die Handlung fast vergessen hat, bevor er sie das erste Mal überarbeitet.

Was sind die Strategien, die euch helfen zu eure Texte zu zeigen? Gibt es Texte, bei denen es euch leichter fällt, euch Feedback zu holen? Schreibt es sehr gerne in die Kommentare oder schreibt mir eine Mail.

Viel Spaß beim Schreiben

Birte

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